Superhelden – Könnt ihr euch noch erinnern?

0

Wir bekamen Christopher Reeve als Superman und Michael Keaton als Batman.

Und damit waren zwei Helden da, die für mich bis heute etwas ganz Besonderes geblieben sind.

Keine Neuauflage und kein Reboot hat dieses ganz spezielle Gefühl für mich wieder vollständig zurückgebracht.

Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn die ersten Töne von John Williams‘ Superman-Thema erklingen. Und dann kommt Danny Elfmans Batman Theme – und innerhalb weniger Sekunden wird aus dem Wohnzimmer plötzlich Gotham City. Dunkel, geheimnisvoll, bedrohlich.

Dafür brauchte es damals keine riesige digitale Effektorgie.

if-marvel-and-dc-ever-united-who-makes-your-dream-justice-v0-9aobb26pdjgf1.jpeg

Könnt ihr euch noch erinnern, wann ihr eure erste Begegnung mit einem Superhelden hattet?

Bei mir war das nicht mit einem Kinofilm in 4K, keinem gigantischen CGI-Spektakel und schon gar nicht mit einem Marvel Cinematic Universe, das gefühlt inzwischen mehr Phasen hat als unsere Schulzeit Klassenarbeiten. Nein, wir hatten etwas viel Besseres: Comichefte, Zeichentrickserien und ein bisschen Fantasie.

Und wenn wir ehrlich sind, brauchten wir damals auch gar nicht mehr.

Die 80er waren noch eine Zeit, in der Superhelden nicht alle paar Jahre neu erfunden, komplett durchdigitalisiert oder in einem halben Dutzend Filmen erklärt werden mussten. Man schnappte sich sein Comicheft, setzte sich vor die Flimmerkiste und war für die nächsten 20 Minuten irgendwo zwischen Gotham City, New York oder Metropolis unterwegs.

Marvel war überall

Gerade Marvel war bei vielen von uns ziemlich präsent. Wer hatte sie nicht irgendwann in der Hand? Spider-Man, die Fantastic Four, die Avengers oder die X-Men. Bunte Comichefte, teilweise herrlich überdreht und manchmal mit Geschichten, die man heute mit einem kleinen Schmunzeln liest. Auch im Fernsehen tauchten die Marvel-Helden immer wieder auf. Da war zum Beispiel „Spider-Man und seine außergewöhnlichen Freunde“. Unsere freundliche Spinne aus der Nachbarschaft bekam dort Unterstützung von Iceman und Firestar und durfte sich nebenbei über eine ganze Reihe von Gastauftritten anderer Marvel-Helden freuen. Dazu kam die Solo-Zeichentrickserie von Spider-Man und sogar Spider-Woman bekam ihre eigene Serie.

Und dann war da noch eine ganz andere Liga:

Der unglaubliche Hulk.

Keine aufwendige CGI-Verwandlung, keine digitale Muskelmasse aus dem Rechner. Ein Mann, ein Hemd, jede Menge Wut – und plötzlich stand da Lou Ferrigno als Hulk. Dazu Bill Bixby als David Banner. Mehr brauchte es nicht.

Wenn Banner wütend wurde, wusste man schließlich auch ohne Computereffekte ganz genau, was gleich passieren würde.

Und was hatte DC?

Natürlich gab es auch bei DC unsere Klassiker. Detective Comics, Batman und Superman gehörten genauso in die Comicwelt unserer Kindheit. Im Fernsehen gab es unter anderem Hanna-Barberas „Super Friends“, mit der Justice League und einer ganzen Mannschaft von Helden. Aber irgendwann kamen sie aus den Comicheften heraus und wurden plötzlich riesig.

Auf der Kinoleinwand.

Wir bekamen Christopher Reeve als Superman und Michael Keaton als Batman.

Und damit waren zwei Helden da, die für mich bis heute etwas ganz Besonderes geblieben sind.

Keine Neuauflage und kein Reboot hat dieses ganz spezielle Gefühl für mich wieder vollständig zurückgebracht.

Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn die ersten Töne von John Williams‘ Superman-Thema erklingen. Und dann kommt Danny Elfmans Batman Theme – und innerhalb weniger Sekunden wird aus dem Wohnzimmer plötzlich Gotham City. Dunkel, geheimnisvoll, bedrohlich.

Dafür brauchte es damals keine riesige digitale Effektorgie.

Superman – der Held, der Menschlichkeit lernte

Was ich an den alten Superman-Filmen bis heute so faszinierend finde, ist ihre Einfachheit.

Wir bekommen keine fünf Filme lange Entstehungsgeschichte. Es wird uns kurz und verständlich gezeigt, warum Kal-El von Krypton auf der Erde landet und wie entscheidend die Erziehung durch Martha und Jonathan Kent für Clark wird. Er wächst nicht einfach nur mit Superkräften auf. Er lernt Menschlichkeit.

Er lernt Mitgefühl, Verantwortung und dass Macht nicht automatisch bedeutet, über andere zu bestimmen. Er könnte Menschen mit seinen Fähigkeiten problemlos vernichten – entscheidet sich aber dafür, sie zu beschützen.

Und genau darin liegt für mich die eigentliche Stärke dieser Figur.

Superman ist nicht deshalb interessant, weil er fliegen kann, sondern weil er trotz all seiner Macht versucht, ein guter Mensch zu sein.

Batman – der Junge, der Gotham nicht vergessen konnte

Bei Bruce Wayne sieht die Sache ganz anders aus.

Seine Geschichte beginnt nicht mit Hoffnung, sondern mit einem Trauma.

Der kleine Bruce muss mit ansehen, wie seine Eltern Thomas und Martha Wayne ermordet werden. Aus diesem Erlebnis entsteht später Batman.

Wo Clark Kent lernt, an das Gute im Menschen zu glauben, beginnt Bruce damit, überall das Böse zu sehen.

Er erschafft Batman, um Gotham von genau dieser Dunkelheit zu befreien, und vielleicht macht gerade dieser Gegensatz die beiden Figuren so interessant.

Superman will das Gute bewahren.
Batman will das Böse bekämpfen.

Beide tragen dabei ihren ganz eigenen inneren Kampf aus.

Und dann waren da die Schurken

Auch die Bösewichte mussten damals nicht zwingend aussehen, als wären sie direkt aus einem Computerspiel-Endgegner-Level gefallen. Wir hatten Lex Luthor, den Riddler, den Joker und viele andere Figuren, die trotz ihrer manchmal völlig verrückten Ideen vor allem eines waren:

Charaktere.

Sie hatten Persönlichkeit, Eigenheiten und einen ganz eigenen Stil, und genau das ist es, was mir bei manchen modernen Interpretationen manchmal fehlt.

Nicht die Technik, nicht die Effekte, sondern die Liebe zum Detail.

Gotham und Metropolis

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich die alten Filme noch immer so gerne sehe.

Gotham City fühlte sich wie Gotham an.
Metropolis fühlte sich wie Metropolis an.

Die Städte waren nicht einfach nur Kulissen für die nächste Actionszene. Sie waren Teil der Geschichte, und auch die Kostüme mussten nicht ständig neu erfunden werden.

Batman sah aus wie Batman.

Superman sah aus wie Superman.

Einfach. Funktional. Comichaft – und trotzdem erwachsen genug, dass wir als Kinder fasziniert waren und heute als Erwachsene noch immer etwas darin entdecken können, natürlich haben auch die späteren Filme ihre Daseinsberechtigung. Es gab großartige Interpretationen und Darstellungen, die ich durchaus interessant finde.

Bei Ben Affleck werden mich vermutlich einige Batman-Fans steinigen wollen – aber ich finde, er hat eine interessante Version der Figur geschaffen.

Und bei David Corenswet habe ich tatsächlich dieses kleine Gefühl:

„Okay… das könnte was werden.“

Vielleicht liegt genau darin meine Hoffnung. Nicht darin, die Vergangenheit einfach zu kopieren, sondern darin, wieder etwas von diesem Gefühl zu bekommen, das wir damals hatten.

Die Helden der ersten Stunde

Denn wenn ich heute zurückblicke, sind Christopher Reeve und Michael Keaton für mich noch immer meine Helden der ersten Stunde.

Nicht, weil ihre Filme perfekt wären.

Sondern weil sie mich zu einer Zeit erreicht haben, in der ich noch einfach vor dem Fernseher oder im Kino saß und dachte:

„Wow… das ist ein Superheld!“

Heute sehe ich diese Filme natürlich mit anderen Augen.

Ich erkenne die Schwächen, die teilweise etwas altmodischen Effekte und die kleinen Dinge, über die man als Erwachsener schmunzelt.

Aber irgendwo sitzt noch immer dieses Kind von damals und wenn die Musik von John Williams erklingt oder Danny Elfmans Batman-Thema beginnt, ist es plötzlich wieder da.

Dieses Gefühl.

Dieses kurze Zurückreisen in eine Zeit, in der ein Comicheft, eine Zeichentrickserie und ein bisschen Fantasie gereicht haben, um die Welt für einen Moment größer zu machen.

Batman und Superman waren für mich nicht einfach Figuren aus Comics.

Sie waren der Anfang.

Und deshalb werde ich beiden hier sicherlich noch den einen oder anderen eigenen Beitrag widmen.

Gerade Batman fasziniert mich seit meiner Kindheit. Besonders das klassische blau-graue Kostüm aus den Comics und später natürlich die legendäre Frank-Miller-Ära haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und Superman?

Der ist für mich so etwas wie das Gegenstück zu meinem großen Marvel-Helden:

Captain America.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Und für die brauchen wir vermutlich erst einmal eine neue VHS.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert