Die Helden meiner Kindheit – von Schwarzenegger bis Bruce Willis

0

Allein diese Erscheinung.

Als Kind war mir natürlich völlig egal, dass da ein österreichischer Bodybuilder zum internationalen Filmstar geworden war. Für mich war er einfach der Typ, der Probleme hatte – und sie anschließend meistens mit sehr viel Muskelkraft löste.

Terminator, Commando, Predator oder Conan – Arnie gehörte einfach in diese Zeit.

Besonders der Terminator hat sich bei mir eingebrannt. Schwarze Sonnenbrille, Lederjacke, Motorrad und dieser Gesichtsausdruck, bei dem man schon wusste: Der Mann diskutiert nicht lange.

IMG_1978

Wenn ich heute, mit fast 50, an die Filmhelden meiner Kindheit zurückdenke, muss ich manchmal schmunzeln. Damals waren sie für mich keine Schauspieler. Keine großen Hollywood-Stars, über deren Gagen oder Karriere man sich Gedanken machte.

Für mich waren sie einfach Helden.

Und wenn ich „Helden“ sage, dann meine ich nicht unbedingt die klassischen Superhelden mit Umhang und Superkräften. Nein, unsere Helden kamen meistens mit Sonnenbrille, Lederjacke, einem coolen Spruch und ordentlich Feuerkraft um die Ecke.

Die 80er hatten da einiges zu bieten.

Ich sehe mich heute noch auf dem Sofa sitzen. Der Fernseher flimmert vor sich hin, das Wohnzimmer ist nur vom bläulichen Licht der Röhre erhellt und irgendwo steht vielleicht noch das Abendbrot auf dem Tisch. Und dann taucht er auf der Mattscheibe auf.

Arnold Schwarzenegger.

Allein diese Erscheinung.

Als Kind war mir natürlich völlig egal, dass da ein österreichischer Bodybuilder zum internationalen Filmstar geworden war. Für mich war er einfach der Typ, der Probleme hatte – und sie anschließend meistens mit sehr viel Muskelkraft löste.

Terminator, Commando, Predator oder Conan – Arnie gehörte einfach in diese Zeit.

Besonders der Terminator hat sich bei mir eingebrannt. Schwarze Sonnenbrille, Lederjacke, Motorrad und dieser Gesichtsausdruck, bei dem man schon wusste: Der Mann diskutiert nicht lange.

Und dann dieser Satz:

„I’ll be back.“

Damals war das einfach ein cooler Spruch.

Heute, Jahrzehnte später, ist es fast schon ein kleines Stück Popkultur geworden. Und seien wir ehrlich: Wer hat nicht irgendwann einmal auf eine Verabschiedung mit einem breiten Grinsen genau diesen Satz zum Besten gegeben?

Und dann war da Sylvester Stallone.

Bei Stallone war es irgendwie anders. Während Schwarzenegger für mich immer ein bisschen wie eine unaufhaltsame Maschine wirkte, hatte Stallone etwas Menschlicheres. Vielleicht lag es an Rocky.

Rocky Balboa war kein perfekter Held. Er war kein Supermann. Er war einfach ein Typ, der nicht aufgeben wollte.Als Kind habe ich wahrscheinlich gar nicht verstanden, was hinter dieser Geschichte wirklich steckte, für mich war es Boxen, Training und natürlich diese Musik.

Heute höre ich die ersten Töne und bin sofort wieder dort.

80er.

Fernseher.

Sofa.

Und irgendwo in meinem Kopf läuft dieser Typ gerade eine Treppe hinauf und hebt die Arme in die Luft. Damals wollte man selbst plötzlich trainieren. Man wollte stark sein. Man wollte nicht aufgeben. Natürlich hielt das ungefähr bis zum nächsten Stück Kuchen. Aber die Botschaft blieb.

Weiterkämpfen. Nicht aufgeben.

Rambo.

Und plötzlich wurde aus dem Filmhelden ein Einzelkämpfer.

John Rambo war für mich als Kind zunächst einfach dieser unglaublich coole Typ, der sich durch den Dschungel kämpfte und offenbar mit einem Messer mehr anfangen konnte als jeder andere Mensch auf diesem Planeten.

Erst später verstand ich, dass hinter dieser Figur viel mehr steckte. Dass Krieg Menschen verändert.

Dass Soldaten nicht einfach nach Hause kommen und alles wieder normal ist.

Und dass die Vorstellung vom großen Abenteuer manchmal verdammt weit von der Realität entfernt ist.

Das waren Dinge, die man als Kind noch nicht unbedingt verstand, aber man bekam sie mit und vielleicht war genau das eine Stärke dieser Filme: Sie konnten unterhalten und gleichzeitig etwas zurücklassen.

Und vielleicht versteht man diese Filme erst richtig, wenn man selbst älter geworden ist.

Bruce Willis der etwas andere Held.

Und mit ihm wurde alles ein bisschen anders.

John McClane war kein Muskelprotz. Er war kein unbesiegbarer Superheld. Er war einfach ein Polizist, der zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Und dann auch noch barfuß.

Stirb langsam war für mich damals der Beweis, dass ein Held nicht unbedingt aussehen musste wie Schwarzenegger. McClane bekam ordentlich was ab. Er blutete, fluchte, stolperte und hatte eigentlich ständig die Nase voll. Aber er machte weiter. Und er hatte diesen trockenen Humor.

Wenn alles um ihn herum explodierte, kam von ihm meistens noch irgendein Spruch.

„Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke!“Ich glaube, genau deshalb mochten wir ihn.

Er war nicht perfekt und ein einfacher Typ, der irgendwie durchhalten musste.

Und wenn ich heute zurückblicke, finde ich gerade das besonders schön. Unsere Filmhelden mussten damals nicht perfekt sein. Sie durften Fehler machen, Angst haben, wütend sein oder völlig am Ende sein.

Hauptsache, sie standen wieder auf.

Mel Gibson war dann wieder eine ganz andere Nummer.

Martin Riggs aus Lethal Weapon war irgendwie kaputt, verrückt und trotzdem verdammt cool. Zusammen mit Roger Murtaugh entstand dieses ungleiche Duo, das eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen wollte. Murtaugh war der Familienmensch, der langsam genug von dem ganzen Wahnsinn hatte und Riggs dagegen war der Typ, bei dem man sich manchmal fragte, ob er eigentlich überhaupt einen Plan hatte.

Natürlich hatten beide einen……..Irgendwie.

Und genau diese Mischung aus Action, Humor und Freundschaft war typisch für die Filme dieser Zeit. Heute würde man wahrscheinlich vieles davon anders betrachten, aber damals saßen wir davor und dachten:

Das ist Unterhaltung. Das macht Spaß.

Und dann Tom Cruise.

Top Gun.

Mehr musste man eigentlich gar nicht sagen.

Flugzeuge, Sonnenbrillen, Lederjacken, Motorräder und dieser Soundtrack und plötzlich wollten wahrscheinlich Millionen Jungs auf der ganzen Welt Pilot werden.

Ich eingeschlossen, wenn die Jets über die Leinwand donnerten, war man nicht mehr im Wohnzimmer. Man saß im Cockpit.

Man flog.

Man war Maverick.

Zumindest solange der Film lief.

Und genau das konnten die Filme der 80er besonders gut:

Sie gaben uns für zwei Stunden eine andere Identität.

Eddie Murphy brachte dann noch etwas ganz anderes mit.

Humor.

Axel Foley aus Beverly Hills Cop war kein klassischer Actionheld. Er konnte kämpfen, schießen und sich in Schwierigkeiten bringen – aber vor allem konnte er reden, und zwar ohne Pause, genau das machte ihn so sympathisch.

Während andere Helden mit ernster Miene durch die Gegend liefen, hatte Eddie Murphy immer noch einen Spruch auf Lager.

Das war eine wunderbare Mischung.

Action und Comedy.

Hart und gleichzeitig lustig.

Man konnte mitfiebern und lachen, ohne dass der Film seine Spannung verlor.

Und natürlich darf einer nicht fehlen:

Chuck Norris.

Wenn Chuck Norris auftauchte, war die Sache eigentlich schon entschieden. Damals machte man sich noch keine Gedanken darüber, wie viele Gegner realistisch wären oder ob dieser eine Mann tatsächlich eine ganze Armee besiegen könnte.

Natürlich konnte er.

Er war Chuck Norris.

Delta Force, Missing in Action und später vieles mehr.

Er war einer dieser Typen, die keine großen Erklärungen brauchten, er kam, er sah und meistens war das Problem anschließend erledigt.

Heute sind die Chuck-Norris-Sprüche längst ein eigenes kleines Internet-Universum. Aber irgendwie passt das auch wieder zu den 80ern. Denn diese Helden waren damals größer als das echte Leben.

Wenn ich heute darüber nachdenke, waren diese Männer ein Teil meiner Kindheit.

Nicht im Sinne von echten Vorbildern, denen man blind nacheiferte.

Sondern als Figuren, mit denen man träumen konnte.

Sie gaben uns Geschichten, Abenteuer und gaben unserer Fantasie Futter. Wir spielten ihre Filme nach, lange bevor irgendjemand an Computeranimation oder virtuelle Welten dachte.

Ein Garten konnte Vietnam sein.

Der alte Fahrradsattel wurde zum Motorrad.

Ein Besenstiel zum Maschinengewehr.

Und aus dem Wohnzimmersessel wurde kurzerhand das Cockpit einer F-14.

Wir brauchten keine Spezialeffekte.

Wir hatten Fantasie.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, der mir heute besonders auffällt.

Als Kind wollte ich so sein wie diese Helden.

Heute, als Erwachsener, schaue ich diese Filme mit einem anderen Blick.

Ich sehe die übertriebenen Explosionen.

Ich sehe die manchmal ziemlich wilden Drehbücher und die Frisuren, die Klamotten und die Autos und muss manchmal herzhaft lachen.

Aber gleichzeitig sehe ich wieder den kleinen Jungen auf dem Sofa. Und dieser Junge ist sofort wieder da, wenn die ersten Töne eines alten Soundtracks erklingen.

Dann ist da plötzlich wieder dieses Gefühl.

Der Fernseher läuft.

Das Wohnzimmer ist dunkel.

Morgen ist Schule aber jetzt gerade ist alles möglich.

Vielleicht kommt gleich Rambo aus dem Dschungel.

Vielleicht startet Maverick seine F-14.

Vielleicht steht Arnold mit Sonnenbrille und Lederjacke vor der Tür.

Oder Bruce Willis läuft gerade barfuß durch das Nakatomi Plaza.

Und für einen kurzen Moment ist es wieder wie damals. Keine Sorgen. Keine Termine. Keine Rechnungen.

Nur ein Film. Nur ein Abenteuer. Nur ein Kind, das gespannt auf die nächste Szene wartet.

Und genau dafür liebe ich diese alten Filme bis heute.

Sie haben mir nicht nur Geschichten erzählt.Sie haben mir gezeigt, wie groß Fantasie sein kann.

Und vielleicht ist das die eigentliche Superkraft unserer Kindheit gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert